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Unter der Lupe: Mitarbeiterbedürfnisse

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Spielfiguren, in der Mitte drei Steinchen mit Smileys, unten negativ, in der Mitte neutral, ganz oben positiv
Laut einer Studie ist es für Arbeitgeber kein Hexenwerk, für zufriedene Mitarbeiter zu sorgen. Foto: © Worawut-stock.adobe.com

Weltweit wünschen sich Mitarbeiter vor allem ein angemessenes Gehalt, bessere Kommunikation und fähige Manager. Um bei ihrem Arbeitgeber zufrieden zu sein, erwarteten die Mitarbeiter also kein Hexenwerk, so die Studie „The Employee Voice“ von Peakon. Für die Analyse wurden elf Millionen anonyme Mitarbeiterkommentare aus 160 Ländern auf der Peakon-Plattform ausgewertet, die das Mitarbeiter-Engagement misst.

Deutsche Mitarbeiter mit ihrem Team zufrieden, aber weniger mit der Unternehmenspolitik

In Deutschland bewerten Arbeitnehmer häufig die Unternehmenspolitik und zu viele Meetings eher kritisch: Auf einer Skala von null (sehr negativ) bis zehn (sehr positiv) erreichen diese Aspekte vier Punkte. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren Arbeitgeber weiterempfehlen, ist bei den Angestellten hierzulande mit vier Punkten nicht sehr hoch ausgeprägt. Dagegen erreichen Faktoren wie ein nettes Team, Teamevents und Flexibilität mit sieben Punkten eher positive Werte.

Vereinbarkeit von Job und Privatleben für alle wichtig, am meisten für Millennials

Die Studie zeigt, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie allen Generationen wichtig ist. Allerdings bezieht sich die Generation Z, die sogenannten Millennials, zweimal so häufig in ihren Kommentaren auf ihr Privatleben als andere Generationen. Die Generation Z hingegen ist finanziell orientiert, auf der anderen Seite geht sie aber auch stärker auf soziale und ökologische Themen ein als andere Altersgruppen, zum Beispiel auf die Verwendung von Plastik am Arbeitsplatz.

Wandel der Bedürfnisse im Laufe der Betriebszugehörigkeit

Aus den Äußerungen der Mitarbeiter geht auch hervor, dass sich deren Bedürfnisse und Ziele im Job mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit verändern. Im Zeitraum von drei bis zwölf Monaten versuchen Mitarbeiter noch, ihre Rolle, ihr Team und die Ziele des Arbeitgebers zu verstehen, ihre Stimme im Unternehmen zu finden und gehört zu werden. Nach ein bis zwei Jahren im Betrieb suchen sie bereits nach neuen Herausforderungen und beruflichem Wachstum. Bei einer Betriebszugehörigkeit von zwei bis fünf Jahren möchten Mitarbeiter ihre Führungsqualitäten ausbauen. Sind sie fünf bis zehn Jahre in der Firma, denken sie über ihre Erfahrungen, neue Karrieremöglichkeiten und Strategien nach. Wer länger als zehn Jahre in einem Unternehmen tätig ist, legt Wert auf eine ausgewogene Zusammenarbeit und zeigt dem Arbeitgeber gegenüber Loyalität.

Jeder Dritte in Großbritannien und den USA fühlt sich im Job nicht gehört

Eine im Rahmen der Studie durchgeführte Umfrage unter 2000 Arbeitnehmern in Großbritannien und den USA ergab, dass nur 35 Prozent und damit kaum mehr als ein Drittel der Arbeitnehmer das Gefühl haben, mit ihren Bedürfnissen im Unternehmen Gehör zu finden.

Das Gefühl, nicht gehört zu werden, ist nur das erste Symptom, dass Führungskräfte und Unternehmen etwas genauer zuhören sollten,

sagt Martin Daniel, Community Manager bei Peakon. Wie die Analyse des Mitarbeiter-Feedbacks zeige, suchten Mitarbeiter, wenn sie sich nicht gehört fühlen, wahrscheinlich nach anderen Wegen, um ihre Stimme zurückzugewinnen, zum Beispiel durch einen neuen Job in einem anderen Unternehmen.

Der Report „The Employee Voice” kann > hier heruntergeladen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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